Silke Helling

PhD Student, Universität Hamburg

Silke Helling M.A. studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Evangelische Theologie und an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die Fächer Neuere Geschichte, Osteuropäische Geschichte sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Sie forschte und publizierte zur jüdischen Lokalgeschichte in Münster[1], schloss eine Berufsausbildung zur Fachjournalistin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ab und war im Medienbereich tätig. Zuletzt realisierte sie PR-Projekte, die geschichtliche Museumsdidaktik sowie videobasiertes E-Learning betrafen.

2009 legte Helling an der Freien Universität Berlin ihr Magistra-Examen mit der Gesamtnote „sehr gut“ ab. Gegenwärtig erarbeitet sie bei Prof. Dr. Angelika Schaser (Hamburg) das historisch-kommunikationswissenschaftliche Promotionsprojekt „Publizistik zwischen kleiner Plauderei und großer Propaganda. Biographie, Selbstzeugnisse und Werk der Else Frobenius (1875-1952)“. Die Untersuchung ist eines von zwei Teilprojekten des Forschungsvorhabens „Nation und Europa schreiben. Else Frobenius und Anna Siemsen als politische Publizistinnen 1914 bis 1950“. In Kooperation mit Marleen von Bargen M.A. und unter Schasers Leitung werden in biographischen Einzelstudien die beruflichen und politischen Möglichkeiten und Grenzen der publizistischen Pionierinnen Frobenius und Siemsen (1882-1951) in geschlechtergeschichtlicher Perspektive erforscht. Die Protagonistinnen entwickelten sich in ihren ideologischen Ausrichtungen gegensätzlich, obwohl sie einer Generation angehörten und ähnlich sozialisiert waren.

Als Mitglied des Arbeitskreises Historische Frauen- und Geschlechterforschung e.V. setzt sich Helling für die dauerhafte Verankerung dieser Disziplin in der deutschen Wissenschafts- und Kulturlandschaft sowie für ihre verstärkte internationale Einbindung ein. Eigene Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte von sozialen Netzwerken und Frauenklubs, speziell des Internationalen Deutschen Lyceum-Clubs Berlin. Daneben gilt Hellings Engagement dem historisch-kunstgeschichtlich ausgerichteten Julie-Wolfthorn-Freundeskreis. Der Zirkel beschäftigt sich mit Biographie und Werk der aus dem kulturellen Gedächtnis verdrängten jüdischen Malerin und Secessions-Künstlerin Julie Wolfthorn (1864-1944). Die Porträtistin höfischer und großbürgerlicher Eliten genoss seinerzeit ebenso hohe Wertschätzung wie ihre Verbandskollegin Käthe Kollwitz, Wolfthorn wurde jedoch nach 1933 zunehmend diskriminiert und schließlich in Umsetzung nationalsozialistischer Rassenpolitik im KZ Theresienstadt ermordet.

Im August 2009 hielt Helling im Rahmen des Sommerkurses der Freien Universität Berlin unter der Leitfrage „Zwischenbestimmungen: Geschlecht und Identität jenseits der Fixierbarkeit?“ einen Vortrag zum Thema „Weiblicher Existenz biographisch-historisch Gesicht geben. Die Publizistin Else Frobenius (1875-1952) zwischen Plauderei und Propaganda“. Gegenwärtig modifiziert und erweitert sie dieses Referat für die Drucklegung innerhalb eines Sammelbandes. Im Campus-Verlag erschien 2010 der Beitrag zur Akademikerinnenforschung innerhalb der Publikation „Das Geschlecht der Wissenschaften“, in welchem Helling schwerpunktmäßig die Lebensphase von 1908 bis 1911 bei Frobenius behandelt, als diese Studentin an der Berliner Universität (heute Humboldt-Universität) war.[2]


[1] Determann, Andreas/ Helling, Silke/ Schlautmann-Overmeyer, Rita/ Möllenhoff, Gisela: Geschichte der Juden in Münster. Dokumentation einer Ausstellung, Münster 1989.

[2] Helling, Silke: Schlaglichter auf eine frühe Journalistin und politische Lobbyistin: Else Frobenius (1875-1952), in: Auga, Ulrike u.a. (Hrsg.): Das Geschlecht der Wissenschaften. Zur Geschichte von Akademikerinnen im 19. und 20. Jahrhundert, Frankfurt a. M. 2010, S. 141-156.

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